Die HGR verliert das Topspiel in Haan deutlich am 09.03.2019 | 33 : 25 (18 : 11)

Torübersicht: Heimansfeld (9/3), Jansen (5/2), Rother, Hermann (je 3), Pütz (2), Schiewe, Baier, Voß (je 1).

DJK Unitas Haan – HGR

aus: www.rga.de
vom: 11.3.2019
von: Andreas Dach

Anspruch und Wirklichkeit differieren
Die HGR verliert das Topspiel der Oberliga deutlich. Sie scheint dem Druck nicht gewachsen.

Die gute Nachricht zuerst: Die HG Remscheid mischt weiter im Aufstiegsrennen der Handball-Oberliga mit. Zwei Punkte Rückstand auf die Spitze aufzuholen, klingt angesichts von sieben noch auszutragenden Spielen nicht komplett utopisch. Die schlechte Nachricht: Mit solchen Leistungen wie am Samstagabend in der rappelvollen Halle an der Adlerstraße in Haan kann sich die HGR die Hoffnungen auf den Regionalliga-Aufstieg abschminken.

Die 25:33 (11:18)-Niederlage bei Tabellenführer DJK Unitas war ein Spiegelbild vieler Partien in dieser Saison. Immer dann, wenn es um etwas geht, spielen die Nerven nicht mit. Krasser formuliert: Dann versagt die Mannschaft. HGR-Boss Ralf Hesse drückte seine Enttäuschung deutlich aus: „Anspruch und Wirklichkeit differieren bei uns. Das werde ich der Mannschaft in der Woche deutlich sagen.“

Flaute im Tor, Flaute in der Abwehr, Flaute im Angriff

Gewiss darf man in Haan verlieren. Das ist schon anderen Teams in dieser Spielzeit passiert. Aber man darf sich nicht so präsentieren wie die HGR. Von Beginn an schien jeglicher Glaube an die eigenen Fähigkeiten zu fehlen. Fehler reihte sich an Fehler. So lag man schon frühzeitig mit 4:12 (16.) im Hintertreffen. Flaute im Tor, Flaute in der Abwehr, Flaute im Angriff – so leicht hatte es sich der Gastgeber bestimmt nicht vorgestellt. Haans Trainer Kai Müller dürfte mit seiner Einschätzung gar nicht so weit von der Realität entfernt liegen: „Wenn es physisch wird, kommt die HGR damit nicht klar.“

Bestimmt ist es kein Vergnügen, wenn sich dir Spieler wie Pascal Schusdzarra oder Domagoj Golec entgegenstemmen. Das ist physisch allererste Sahne. Und doch: Es gibt Wege, solche Kanten auszuhebeln. Wie das geht, zeigte der schlaue Achim Jansen, der auf ungewohnter halbrechter Position noch am ehesten den Ansprüchen gerecht wurde. Im weiteren Verlauf hatte auch Pascal Hermann ein paar ganz gute Szenen. Viel zu oft aber verlässt sich die HG Remscheid auf die Wurfgewalt eines Michael Heimansfeld. Wenn der Rückraumlinke mal schwache 30 Minuten hat, wie am Samstag in Haan in der ersten Hälfte, kehrt schnell Ratlosigkeit ein. Dann gehen die Köpfe nach unten. In solchen Phasen Verantwortung übernehmen? Nicht jedermanns Sache. Auch der zuletzt so starke Pascal Schiewe wurde dieser Aufgabe nicht gerecht.

Jeck springt für den erkrankten Geske ein

Alleine die Körpersprache sagte schon viel aus. Hier die Unitas, bei der jeder Spielermuskel auf Sieg programmiert schien. Dort die HGR mit hängenden Spielerschultern. „Ihr habt verdient gewonnen“, gratulierte Tiberius Jeck dem Haaner Coach Kai Müller. Jeck? Ja, der Torwart-Oldie war für Tobias Geske eingesprungen, der mit einem Virus bis Mittwoch im Krankenhaus gelegen hatte. „Hut ab vor Tibi“, sagte Remscheids Trainer Lukas Steinhoff. „Er hat sich aus reinem Lauftraining ins Tor gestellt.“ Gleichwohl: Jeck und Robert Franz taugten hinter der Wackelabwehr nicht als Rückhalt, bekamen selten eine Hand an den Ball. Auch André Niese hatte sich das Spiel ganz anders vorgestellt. Nach mehrmonatiger Verletzungspause feierte der Linkshänder sein Comeback im Innenblock. Da waren die Mechanismen im Zusammenspiel mit seinen Nebenleuten nicht gleich gegeben. „Spitzenspiele sind wohl nichts für uns“, sagte Niese enttäuscht. Widersprechen wird ihm niemand wollen nach den 60 Minuten von Haan.
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ZUSCHAUER    Über mangelnde Unterstützung brauchte sich die HGR nicht zu beklagen. 60 Fans waren mit in die stimmungsvolle Halle an der Adlerstraße gefahren und machten bis zur letzten Sekunde ordentlich Radau. „Ihnen gilt unser besonderer Dank“, hieß es später von HGR-Seite.

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