HG Remscheid meldet Kurzarbeit an

aus: Bergische Morgenpost
http://rp-epaper.s4p-iapps.com/artikel/940804/16290215
vom: 24.3.2020
von: Peter Kuhlendahl

Handball: Regionalligist reagiert wegen fehlender Einnahmen.

REMSCHEID | Vor einem Berg von Fragezeichen stehen aktuell auch die Handballer der HG Remscheid. Aufgrund der Corona-Krise geht derzeit beim Regionalligisten nichts mehr. Aus diesem Grund hat HGR-Boss Ralf Hesse jetzt reagiert und für die Betriebs- und Marketing GmbH Kurzarbeit angemeldet. „Da wir aktuell keine Einnahmen haben, ging es nicht mehr anders“, erklärt Ralf Hesse.

Da derzeit ein Zusammentreffen des Regionalligateams nicht möglich ist, sind die Spieler über die gemeinsame WhatsApp-Gruppe informiert worden, dass es nun finanzielle Kürzungen bei ihnen gibt. Hesse: „Dafür zeigen aber alle großes Verständnis.“

Ansonsten halten sich die Spieler momentan quasi im „Homeoffice“ fit. Der neue Trainer Jörg Bohrmann hat jedem Akteur einen Trainingsplan zugeschickt. „Es gibt auch ein spezielles System, mit dem er die Aktivitäten seiner Schützlinge quasi überwachen kann“, berichtet Hesse.

Diese Art des Trainings wird wohl noch eine ganze Zeit andauern. „Meiner Meinung nach sehen wir die Halle erst im Juli oder August wieder“, wagt Ralf Hesse eine vorsichtige Prognose, „wenn man in den letzten Tagen aber erlebt, wie blöd sich manche Leute benehmen, wird einem grundsätzlich angst und bange.“

Dass der Spielbetrieb in der laufenden Regionalligasaison fortgesetzt werden kann, ist für ihn kein Thema. „Es geht jetzt nur noch darum, ein Szenario zu finden, was die Auf- und die Abstiegsregelung betrifft“, betont der Remscheider Handball-Chef.

Bei den Handballerinnen der Ersten und Zweiten Bundesliga ist die Entscheidung, die Saison abzubrechen, beispielsweise bereits in der vergangenen Woche gefallen. Auf- und Absteiger wird es nicht geben. Ob dies nun auch für die anderen Ligen kommen wird, darüber gibt es (noch) keine Informationen. Es sind mehrere Szenarien möglich, die aktuell diskutiert werden.

Aus diesem Grund stocken derzeit auch die Planungen für die neue Spielzeit. Und für die HGR stellt sich im Augenblick die Frage, in welcher Liga sie dann auflaufen wird. Als der Spielbetrieb zunächst unterbrochen wurde, standen die Remscheider auf einem Abstiegsplatz.

Aber selbst wenn es in der Saison 2020/21 in der Regionalliga für die HGR weitergehen sollte, werden sich die Akteure wohl oder übel auf finanzielle Abstriche einrichten müssen. Damit stehen die Remscheider aber nicht alleine da. Fast alle Vereine, egal in welcher Liga sie auch spielen, schieben derzeit nicht nur aus finanziellen Gründen einen großen Berg von Fragezeichen vor sich her.

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