HGR verliert in der Oberliga erneut ein Spitzenspiel vor eigenem Publikum am 13.10.2018 | 28 : 34 (10 : 13)

Torübersicht: Heimansfeld (12/5), Jansen (6/1), Taymaz (4), Baier, Hermann (je 2), Niese, Rother (je 1).

aus: www.rga.de
vom: 14.10.2018
von: Andreas Dach

Haan ist beim 34:28 die bessere Mannschaft.

Vielleicht ist es aus Sicht der HG Remscheid ja gut, dass eine herzergreifende Szene vor der Partie gegen die DJK Unitas Haan zum Thema des Tages wurde. Rückraumspieler Mateusz Dobrolowicz machte seiner Freundin Dovile unmittelbar vor dem Anpfiff einen offiziellen Heiratsantrag. Den sie annahm. Es waren rührende Momente mit Küsschen und Umarmungen, über welche die Besucher der gut gefüllten Neuenkamper Halle auch noch sprachen, als die Niederlage der HGR längst feststand. Ein Rührstück in bester Rosamunde-Pilcher-Manier.

Man stelle sich vor, es hätte „nur“ das Handballspiel als Diskussionsgrundlage gegeben. Dann wäre möglicherweise ein Schwall der Enttäuschung über den Gastgeber niedergegangen. Nach dem verdienten 28:34 (10:13) muss man es an dieser Stelle klipp und klar sagen: Die HG Remscheid kann (noch) keine Spitzenspiele. Das war in der vergangenen Saison schon so, als zwei verlorene Partien gegen Dinslaken im Meisterschaftkampf letztlich den Unterschied machten. Und das scheint auch in dieser Spielzeit so zu sein, wo man nach dem knappen 31:32 gegen Mettmann die zweite Top-Begegnung vor heimischem Publikum in Folge abgab.

Das Video vom Spiel könnte schmerzhaft werden

„Damit sind wir unserem eigenen Anspruch und dem eines Spitzenspiels nicht gerecht geworden“, sagte Trainer Lukas Steinhoff tiefenttäuscht. „Die Mannschaft wird sich das Video vom Spiel am Montag beim Training gnadenlos ausführlich anschauen müssen.“ Gewiss kein Vergnügen. Vor allem, weil von Beginn das Feuer fehlte. Was HGR-Boss Ralf Hesse arg auf die Palme brachte: „Ohne Leidenschaft geht nichts im Leben.“

Davon ausnehmen muss man auf jeden Fall Torhüter Tobias Geske, der nach seiner Einwechslung Mitte der ersten Hälfte mit tollen Reflexen dafür sorgte, dass die HGR nicht noch weiter ins Hintertreffen geriet. Ein weiterer wichtiger Faktor war das engagierte Spiel von Kaan Taymaz. Als er in der zweiten Halbzeit (39.) aufs Feld kam, ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft. Auf der Spitze war Taymaz in der Abwehr ein ständiger Störenfried für die Haaner, die kurz ins Zweifeln kamen, als die HGR nach einem 14:21 (37.) noch einmal auf 21:23 (47.) herankamen. Letztlich waren die Gäste zu stark.

Heimansfeld sieht nach einem Frustfoul Rot

Exemplarisch sei der ehemalige Wermelskirchener Pascal Schusdzarra genannt, der in der zentralen Abwehr wie auch als Kreisläufer Herausragendes leistete. An ihm entlud sich kurz vor Schluss ein Frustfoul von Michael Heimansfeld (58.), für welches der Rotsünder sich später bei seinem Gegenüber aber entschuldigte. Schusdzarra: „Als ich seinen letzten Wurf sogar mit einer Hand gefangen habe, war Michael wohl ein wenig verärgert.“

Die HGR scheint vom Kopf noch nicht reif für Höheres zu sein. Gästetrainer Kai Müller sagte: „Die HGR war zehn Minuten besser, fünf Minuten waren ausgeglichen, und 45 Minuten gingen an uns.“ Könnte ungefähr so hinkommen. Die Saison dauert noch lange, das Aufstiegsziel ist nicht in unerreichbarer Ferne. Aber es muss sich einiges ändern, wenn man ein ernsthafter Kandidat für die Meisterschaft sein will.
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NÄCHSTES SPIEL
28. OKTOBER   Die HG Remscheid hat nun zwei Wochen Zeit, um die Wunden zu lecken und die Fehler aufzuarbeiten. Am Sonntag, 28. Oktober, steht mittags um 12.30 Uhr die Aufgabe beim TV Krefeld-Oppum an. Vom Papier her lösbar. Eine Woche später (3.11., 19 Uhr) kommt der BHC II nach Neuenkamp.

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