Spitzenhandball in Remscheid auf anderem Level wohl ad acta

aus: www.rga.de
vom: 15.1.2019
von: Andreas Weber

Überarbeitetes Konzept für Sportförderung soll bald vorgelegt werden
Spitzensport auf Vereinsebene scheidet als Nutznießer aus, junge Talente sollen profitieren.

Eine Förderung des Spitzensports in Remscheid, wie von den Ideengebern aus dem Vereinssport angeregt, wird es in der ursprünglich erwünschten Form nicht geben. Nach dem ersten Anlauf im März 2018, an dem Stadtspitze, Sportbund, Unternehmen sowie die IGR und HGR beteiligt waren, hat sich herauskristallisiert, dass die ursprüngliche Intention von Rollhockeysportlern und Handballern nicht den erhofften Widerhall in der Remscheider Wirtschaft findet.

Die Vereinsbosse Georg Feldhoff (IGR) und Ralf Hesse (HGR) hatten zu Beginn des vergangenen Jahres einen Hilferuf ausgesandt. „Wir stoßen an unsere Grenzen. Der Spitzensport in Remscheid braucht Förderung.“ Hiesige Unternehmen zeigten bei ersten Sondierungsgesprächen aber kein Interesse, hiesige Fußball- oder Handballclubs über einen Finanzpool mit Summen im fünf- gar sechsstelligen Euro-Bereich zu pushen. „Die Firmen haben signalisiert, dass sie keine Mannschaften über einen gemeinsamen Topf unterstützen werden. Wenn, würden sie ein solches Sponsoring nur direkt mit dem Verein betreiben“, stellt Sportdezernent Thomas Neuhaus fest.

Stattdessen soll es eine Einzelförderung von jungen Talenten in Remscheid geben. „Wenn dem so ist, wäre ich mehr als enttäuscht von den handelnden Personen im Rathaus“, zieht Ralf Hesse einen Schlussstrich unter das Bemühen, den Spitzensport auf ein anderes Level zu hieven. Lange hat der 65-Jährige offiziell nichts mehr gehört in dieser Sache. Eigentlich hatte die Stadtverwaltung schon im vergangenen Sommer einen Schritt weiter sein wollen.

Hilfe soll über Stiftergemeinschaft der Stadtsparkasse erfolgen

Die Förderung war freilich Thema bei der gemeinsamen Klausurtagung von Stadtverwaltung und Sportbund im Oktober in Haus Hammerstein, erklärt Neuhaus. Einig waren sich beide Seiten, individuell zu fördern, den Fokus auf junge Athleten zu legen, die durch ihr Elternhaus nicht die finanziellen Möglichkeiten für die Ausübung ihres Sports besitzen. Schon die ersten Überlegungen vor zehn Monaten gingen dahin, die Hilfe über die Stiftergemeinschaft „Gut für Remscheid“ bei der Sparkasse aufzubauen. Ein bis zweimal pro Jahr sollte ein Förderkreis über die Mittelvergabe unbürokratisch entscheiden.

Die Administration soll beim Sportamt angesiedelt sein. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Gleichwohl muss der ursprüngliche Entwurf für die Talentförderung überarbeitet werden, nachdem die Vereine als Nutznießer ausscheiden. „Wir haben uns mit dem Sportbund auf einen neuen Entwurf geeinigt. Den mit Inhalt und Förderkriterien zu füllen, wird meine Aufgabe sein“, erklärt Thomas Neuhaus. Im ersten Halbjahr 2019 soll das Ergebnis präsentiert werden.

Was für die Vertreter der ranghöchsten Clubs im Remscheider Sport, Rollhockey-Bundesligist IGR Remscheid und Handball-Oberligist HG Remscheid ein Nackenschlag ist, könnte an anderer Stelle positive Ergebnisse produzieren. „Der Hintergrund dieser Talentförderung ist doch auch, dass wir junge Sportler dadurch ermuntern, dem Standort Remscheid treu zu bleiben.“ Allein aus dem Gesichtspunkt der späteren Fachkräftegewinnung wäre deshalb eine solche Talentförderung für Unternehmen attraktiv, findet Thomas Neuhaus.

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